Katzenschnupfen

 

Allgemeines zum Katzenschnupfen

Der ansteckende Katzenschnupfen wird durch verschiedene Krankheitserreger ausgelöst. Nicht selten wird der Krankheitsverlauf gemeinsam im “Teamwork” mit anderen Erregern verschärft und dadurch die Behandlung kompliziert. Zu den am häufigsten auftretenden Krankheitserregern zählen Caliciviren und Herpesviren, aber auch Chlamydien, Mykoplasmen und Bordetellen. Nachdem ein reichhaltig gedeckter Futterplatz aus Zellresten durch die zerstörerischen Viren entstanden ist, gesellen sich Bakterien hinzu, die so ein complexes Krankheitsbild entstehen lassen.

Ist die Katze durch einen oder mehrere dieser Erreger bereits geschwächt, kann das Abwehrsystem nicht ausreichend reagieren, so dass sich der Zustand des Tieres innerhalb kürzester Zeit stark verschlechtern kann.

Die infizierten Katzen scheiden die Erreger häufig in grosser Zahl über Nasen- und Augensekrete sowie über den Speichel aus. Diese Körperausscheidungen stellen eine grosse Gefahr für gesunde, ungeimpfte Katzen dar. Sie werden über den direkten Kontakt mit einem infizierten Tier beim Beschnuppern, Belecken oder durch beim Niesen versprühte Tropfen angesteckt. Die Infektion kann aber auch indirect durch gemeinsames Futtergeschirr erfolgen oder durch den Menschen an den Schuhsohlen in die Wohnung getragen werden.

Nach einer Ansteckung kann es bereits nach 1 bis 5 Tagen zur Entwicklung der krankheitstypischen Symptome kommen. Die Katzen wirken träge, matt, appetitlos und niesen vermehrt. Da die Erkrankung in der Regel mit Fieber einhergeht, fühlen sich Nase und Ohren warm an. Die Lymphdrüsen des Kopfes und die Mandeln sind geschwollen, was zu Schluckbeschwerden führt. Die Augen sind gerötet und zeigen einen vermehrten Tränenfluss, aus den Nasenöffnungen tritt Schleim aus, so dass die oberen Atemwege verstopfen können.

Verschlechtert sich das Krankheitsbild weiter, wird der Nasenschleim eitrig, selbst die Augen können vereitern. Auf der Zunge und der Maulschleimhaut bilden sich Geschwüre, die zu grossen Schmerzen bei der Futteraufnahme und dem Schlucken führen. Die “Verletzungen”, welche durch die zerstörerischen Viren verursacht werden, bewirken starken Speichelfluss und Einstellung der Futteraufnahme bei den erkrankten Katzen. Die Krankheit spitzt sich zu und kann sogar zum Tod der erkrankten und unbehandelten Katze führen.

Spätfolgen: Je nach Abwehrkraft des Tieres, Umweltbedingungen und Art des Erregers können schwerwiegende Komplikationen wie z.B. ein chronisch therapieresistenter Katzenschnupfen, mit Sinusitis evtl. Sogar eine Lungenentzündung oder die Erblindung des betroffenen Tieres auftreten.

Der Katzenschnupfen ist somit nicht nur ein “Schnupfen”, sondern eine schwerwiegende Erkrankung, die tödlich enden kann.

Eine rechtzeitige Impfung kann Ihre Katze vor dem Schlimmsten bewahren, auch wenn das Tier Ihr Haus nicht verlässt!

Zu den häuftigsten Erregern des Katzenschnupfens zählen Caliciviren, Herpesviren und Chlamydien:

 

Caliciviren

Das Calicivirus der Katze ist ein sehr kleines RNS-Virus. Dieser Erreger befällt beispielsweise lale katzenartigen Tiere, auch Löwen, und konnte sogar bei Seelöwen nachgewiesen werden, wo das Virus Schnupfen mit Bindehautentzündung und Geschwüren in der Maulschleimhaut verursachen kann. Bei unbehandelten Tieren befällt das Virus die unteren Atemwege, was zur Lungenentzündung führen kann. Aufgrund der starken Schmerzen im Maulbereich bei der Nahrungsaufnahme stellen die Tiere häufig das Fressen ein, was Auszehrung und Energieverlust bewirkt. Oft ist eine Intensivtherapie notwendig, um den Patienten zu retten.

 

Herpesviren

Das Herpesvirus 1 der Katzen (Rhinotracheitisvirus) ist ein DNA-Virus. Wie der lateinische Name verrät, verursacht der Erreger Entzündungen der Nase und der Luftröhre bei der Katze. Wie auch beim allgemein bekannten Lippenherpesvirus kommt es bei diesem Herpesvirus zu Bläschenbildung, in diesem Fall im Bereich des Rachens, was bei der Katze Schluckbeschwerden und in der Endkonsequenz Futterverweigerung bewirkt. Das Herpesvirus verbleibt auch nach der Heilung für das gesamte verbleibende Leben im Körper der Katze. Dieses kann zu chronischen, sporadisch aufflackernden Krankheitsphasen führen. Es wird auch diskutiert, dass die Bildung von Tumoren im Nasen- und Rachenbereich durch dieses Virus begünstigt werden kann.

 

Chlamydien

Bei diesem Erreger handelt es sich um eine Zwischenstufe zwischen Bakterium und Virus. Die bei der Katze vorkommende Form heisst Chlamydia psittaci var.felis, aber auch bei anderen Tieren, vor allem bei Vögeln, gelegentlich auch beim Menschen können Erreger dieser Gruppe in den Atemwegen und im Geschlechtstrakt angetroffen werden. Der Erreger lebt wie ein Virus in der Zelle, die Chlamydien vermehren sich in dieser Zelle, bis sie schliesslich platzt, danach werden neue Zellen durch die ausströmenden Erreger infiziert.

Die Chlamydien führen häufig zu Bindehautentzündungen, die das Sehvermögen der Katze im fortgeschrittenen Stadium beeinflussen können. Desweiteren treten häufig Entzündungen der Bronchien sowie der Lunge auf. Da die Struktur der Chlamydien Aehnlichkeit zu einigen Bakterien aufweist, können spezielle Antibiotika helfen, aber durch die Entwicklung des Erregers ist die Behandlung häufig unzureichend.

Chlamydiosen sind Zoonosen, das heisst, die Erkrankung ist vom Tier auf den Menschen übertragbar. Oft scheiden klinisch gesund erscheinende Katzen Chlamydien aus und sind somit eine Gefahr für die Besitzer der Katze, im speziellen für mit der Katze im Umgang befindliche Kinder, deren Immunsystem (Abwehrsystem) noch nicht dem eines Erwachsenen entspricht.

 

Erkältung 

Häufig erkälten sich auch nur unsere Hauskatzen mit einem einfachen Schnupfen, der aber nicht mit dem wirklichen Katzenschnupfen zu vergleichen ist. Auch wenn Herrchen oder Frauchen erkältet sind, kann eine Infektion vom Menschen auf das Tier stattfinden. Häufig sind es Rhinoviren und Bakterien, die dann zu einer vergleichsweise milden Infektion bei der Katze führen. Wenn der Mensch an einer Grippe leidet, können manche Influenzaviren (Grippeerreger) auch zu einer schwach ausgeprägten Grippe bei unseren Haustieren führen.

 

Begleitflora

Bordetella bronchiseptica, Streptokokken, Staphylokokken, Pasteurellen, Klebsiellen, Mycoplasmen, sind die häufigsten Erreger, die das Krankheitsbild verkomplizieren.

 

Bordetella bronchiseptica

Bordetellen kommen bei warmblütigen Haus- und Wildtieren vor. Diese Bakterie bevorzugt im besonderen die Atmungsorgange, an deren Zellen sie sich besonders gut anheften kann. Beim Hund kann es die Ursache für einen Zwingerhusten sein, selten wird dieses Bakterium bei der Katze nachgewiesen. Bei Kaninchen und Nagern führt es zu Entzündungen der oberen Atemwege mit Nasenausfluss, der später sogar eitrig werden kann. Im fortschreitenden Krankheitsverlauf kann sich auch eine Lungenentzündung entwickeln, die zum Tod des Nagers führt. Auch bei Nutztieren wie Schweinen und den unterschiedlichen Geflügelarten wird der Erreger nachgewiesen, der chronisch im Bestand verbleiben kann. Sehr häufig werden diese Bakterien von anderen Keimen begleitet, die das Krankheitsbild verschlechtern.

 

Staphylokokken

Staphylokokken sind kugelige Bakterien, gutartige Stämme besiedeln häufig die Haut der Tiere und des Menschen. Einige aggressive Stämme können aber eitrige Infektionen der Haut, des Nasenraumes und der Nebenhöhlen bis hin zur Lungenentzündung auslösen. Von einem Primärherd bei einer simplen Halsentzündung kann der Erreger über die Blutbahn ausschwärmen und Erkrankungen am Herzmuskel oder gar eine Blutvergiftung verursachen. Einige dieser Bakterien produzieren Giftstoffe, die zu Nahrungsmittelvergiftungen führen können. Dieses Bakterium zeichnet sich durch eine besondere Gabe aus, es bildet besonders hartnäckige Resistenzen gegenüber Antibiotika.

 

Streptokokken

Bei den Streptokokken handelt es sich um kettenförmig angeordnete Bakterien, deren besonders aggressive Artgenossen in der Lage sind, das Blut zu zersetzen. Sie bevölkern unter normalen Bedingungen die Schleimhäute, können aber eitrige Entzündungen der Haut, der Mandeln und des Rachenraumes sowie des Mittelohres verursachen. Gelangt dieser Keim in die Blutbahn, so kann das Bakterium Verursacher für Gelenk-, Lungen-, Nierenbecken- und Herzmuskelentzündungen sein. In seltenen Fällen kann sich eine Hirnhautentzündung anschliessen. Die Behandlung mit Antibiotika ist im Anfangsstadium erfolgreich.

 

Pasteurella multocida

Häufig ist eine chronische Besiedelung der Schleimhaut der oberen Atemwege, wo sie oft lauern, ohne irendwelche Krankheitssymptome zu verursachen, bis ein zweiter Erreger hinzukommt und das Abwehrsystem ausreichend schwächt. Pasteurella tritt häufig in Gesellschaft mit Bordetellen auf. Bei Hunde- und Katzenbissen kann das Bakterium auf den Menschen übertragen werden. Beim Kaninchen wird ein schwerwiegender Schnupfen, der bis zur Lungenentzündung führen kann, verursacht. Dieser Schnupfen ist mit einer Erkältung nicht zu vergleichen. Ein Impfstoff steht zur Verfügung.

 

Klebsiellen

Klebsiellen sind ursprünglich Darmbakterien, die zur Bildung einer Kapsel befähigt und durch diese Tatsache besonders resistant sind. Insbesondere durch chronische Infektionen, die über einen langen Zeitraum mit Antibiotika behandelt werden müssen, etablieren sich Klebsiellen in Organen des Säugetierkörpers, an die sie normalerweise nicht gelangen können, wie z.B. Lunge. Die durch die Besiedlung verursachten Krankheitsbilder können nicht selten zum Tod des Tieres führen, da der Keim eine auffällig hohe Resistenz gegenüber Antibiotika aufweist.

 

Mykoplasmen

Mykoplasmen sind sehr klein, so dsas sie durch Bakterienfilter schlüpfen können. Sie besitzen keine Zellwand und sind die kleinsten Mikroorganismen, die sich selbstständig ausserhalb der Zellen eines Organismus vermehren können (im Gegensatz zu Viren). Die für die Tiermedizin bedeutendsten Arten leben parasitär auf der Schleimhaut, vorzugsweise auf denen der Atemwege, der Harnwege, des Euters und der Gelenke. Besonders häufig gesellen sich Mykoplasmen zu Infetionen mit Pasteurella multocida. Aehnlich der Bakterien kann dieser Erreger auf künstichen Nährmedien angezüchtet werden. Einige spezielle Bakterien kann dieser Erreger eine Resistenz gegenüber den Wirkstoffen entwickeln.

Prophylaxe des Katzenschnupfens:

Katzen mit einem erhöhten Ansteckungsrisiko, beispielsweise durch engen Kontakt mit anderen Katzen, z.B. in Tierheimen, Ausstellungen und bei Züchtern sollten mit der jährlichen Impfung auch gegen “Katzenschnupfen” und eventuell gegen Chlamydienschnupfen geimpft werden. Es kann jedoch lediglich ein Schutz gegen das Calici- und das Rhinotracheitisvirus mit einer Injektion verabreicht werden. Vor einer Erkältung oder einem Schnupfen kann durch eine Impfung indirekt geschützt werden, wenn das Abwehrsystem vor allem im Alter regelmässig durch Impfungen trainiert wird.

Ist Ihr Tier trotz allem erkältet, gehen Sie bitte rechtzeitig zum Tierarzt!!!

 

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Leukoseviren gefährden Katzen

Die Leukose zählt zu den weit verbreiteten und leider oft tödlich endenden Infektionskrankheiten unserer Hauskatzen. Der Erreger, das feline Leukosevirus, verursacht eine tumorartige Erkrankung des blutbildenden und lymphatischen Gewebes. Knochmarksschäden, solide Tumorbildung, Lähmungserscheinungen und Fruchtbarkeitsstörungen prägen das Krankheitsbild. Durch Unterdrückung der körpereigenen Abwehr werden andere Infektionen Tür und Tor geöffnet.

Die Krankheitsanzeichen sind vielfältig und reichen von Appetitlosigkeit, Abmagerung und Durchfall über Fieber, Entzündungen im Mund- und Rachenraum bis zu Lymphknotenschwellungen, Atembeschwerden und abnormem Verhalten.

Das Virus wird hauptsächlich über den Speichel infizierter Tiere durch Biss, Belecken oder durch gemeinsame Benutzung von Futterschüsseln übertragen. Katzenwelpen können bereits in der Gebärmutter oder über die Muttermilch angesteckt werden. Problematisch ist, dass ein Teil der infizierten Tiere den Erreger über mehrere Jahre ausscheidet, ohne selbst Symptome der Krankheit zu zeigen. Auf diese Weise kann sich die Infektion unbemerkt ausbreiten.

Katzen mit guter Konstitution können durch die körpereigene Abwehr das Virus bekämpfen. Zeigen sich jedoch deutliche Krankheitssymptome, ist medizinische Hilfe kaum noch möglich. Nur im Frühstadium der Erkrankung kann versucht werden, durch Stärkung des Immunsystems eine Heilung zu erreichen.

Jungtiere, freilaufende Katzen und Katzen, die zu mehreren gehalten werden sind besonders gefährdet. Da es keine Medikamente gibt, die den Erreger abtöten können, ist es umso wichtiger der Infektion durch eine jährliche Impfung vorzubeugen. Vor der erstmaligenImpfung muss der Tierarzt jedoch durch einen Bluttest ausschliessen, dass die Katze bereits Kontakt mit dem Virus hatte.

Die Blutabnahme ist in der Regel ohne Narkose und für die Katze ohne Schmerzen durchführbar.

Quelle: BUNDESVERBAND PRAKTISCHER TIERAERZTE e.V.

http://www.tieraerzteverband.de/tierrat/tg0196.htm

 

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FIV (Feline Immunschwächevirus)

Neben dem Katzenleukosevirus (FeLV) kann auch noch ein zweites, FIV (Feline Immunschwächevirus) genanntes Virus das Immunsystem schwer schädigen.

Ursache und Uebertragung:

Das Feline-Immunschwäche Virus (FIV) ist verwandt mit dem AIDS-Virus (HIV) des Menschen. Eine mit dem FIV infizierte Katze stellt jedoch keine Gefahr für den Menschen dar!

Die Uebertragung von Katze zu Katze findet in erster Linie über Bisse statt. Wenn eine weibliche Katze während der Trächtigkeit angesteckt wird, kann es auch zu einer Uebertragung auf die Jungtiere über die Plazenta während der Schwangerschaft oder über die Milch während der Stillzeit kommen. Die Uebertragung durch den Deckakt ist wahrscheinlich, aber noch nicht abschliessend geklärt. Katzen sind am meisten gefährdet, die mit vielen anderen Katzen zusammen verkehren oder häufig in Kämpfe verwickelt sind. Daher kommt die FIV-Infektion bei Katzen mit freiem Auslauf besonders häufig vor. Nach der Ansteckung vergehen oft viele Jahre bis die Erkrankung ausbricht.

Krankheitsanzeichen:

Im Körper der Katze befällt das Virus das Lymphsystem und schwächt die Immunabwehr. Die Krankheitsanzeichen stehen häufig mit Zahnfleisch- und Mundschleimhautentzündungen sowie bakteriellen Infektionen von Haut, Harnblase und Atmungsapparat in Verbindung. Erkrankte Tiere haben häufig Durchfall oder leiden an zentralnervösen Störungen. Schliesslich kann das erworbene Immunschwäche-Syndrom mit tumorösen Lymphknotenveränderungen und Nierenversagen einhergehen.

Die Symptome können so vielgestaltig sein, dass eine Klärung der Krankheitsursache nur über einen Bluttest mit Nachweis spezifischer Antikörper gegen das FIV gelingt, die bereits einige Wochen nach der Infektion vorhanden sind.

 

Die Risikogruppen sind:

Kampflustige Katzen

Katze, die sich häufig im Freien aufhalten

Mehrere Katzen in einem Haushalt

Streunende Kater

Katzen mit unbekannter Vorgeschichte

 

Behandlung

Fragen Sie Ihren Tierarzt betreffend Vorsorge-Impfung.

 

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Das FIP-Paraxon:

Eine nicht-kontagiöse Infektionskrankheit

Prof. Marian Horzinek, Universität Utrecht, Faculteit der Diergeneeskunde, Niederlande

Die Feline Infektiöse Peritonitis (FIP) ist diagnostisch nicht einfach, verläuft meist tödlich, ihre Biologie ist unaufgeklärt, und ihre Verhütung schwierig – das alles macht sie zu einer veterinärmedizinisch wichtigen Erkrankung. Sie ist auch eine rätselhafte Erkrankung: eine sporadisch auftretende Virusinfektion ist eine contradictio in adjecto, ein Paradoxon. Die feline coronavirale Polyserositis, wie wir sie nennen können, ist nämlich die relativ seltene fatale Folge einer ubiquitären Infektion mit ubiquitären Coronaviren. Die meisten sind harmlos und an die Vermehrung in Darm angepasst. „Feline enterale Coronaviren“ (FeCV) werden sie genannt, um sie von den tödlichen FIP-Viren zu unterscheiden, die sich im Makrophagen zu hohen Konzentrationen vermehren. Persistierend infizierte, gesunde Katzen, die in ihrem Darm FeCV beherrbergen, und sie im Kot, Speichel und vielleicht mit anderen Körperflüssigkeiten ausscheiden, spielen in der Epidemiologie die Hauptrolle. Der Begriff FIP-Vius (FIPV) wird weiter angewendet,um FeCV-Isolate und Stämme zu bezeichnen, bei denen Mutationen zu einer Virulenzsteigerung geführt haben. Ueber die Zulässigkeit einer solchen Nomenklatur lässt sich streiten; man benennt ja auch einen Impfstamm (der naturgemäss keine Erkrankung verursacht) nicht anders als seinen virulenten Verwandten, gegen den er schützen soll.

Coronaviren verursachen meist akute enterale und respiratorische Infektionen, die nach einer Immunantwort des Wirts zu steriler Immunität führen – sie können aber auch persistieren. Bei natürlichen Coronavirusinfektionen gibt es nur wenige Untersuchungen zur Viruspersistenz, und die FIP ist das prominenteste Beispiel. In fast allen Katzenhaltungen und –zuchten in Westeuropa und Amerika kommen FeCV vor, wo sie bei Welpen gutartige Darminfektionen verursachen (Uebersichtsartikel siehe de Groot und Horzine, 1995). Gutartige FeCV-Stämme und FIP-auslösende Coronaviren sind genetisch so nahe verwandt, dass man sie nur mit aufwendigen molekularbiologischen Methoden unterscheiden kann (Herrewegh et al.,1995). Die letzteren sind Virulenzvarianten der ersten, und sie entstehen im einzelnen FeCV-infizierten Wirtsorganismus (Vennema et al., 1995; Poland et al., 1996). Anders ausgedrückt: keine zwei FIP-Fälle werden von demselben Virus verursacht, die Mutation kann an verschiedenen Stellen bestimmter Gene aufgetreten sein. Das bedeutet aber auch, dass die horizontale Uebertragung, d.h. die Infektionskette von Katze zu Katze eher eine Ausnahme als die Regel ist.

Für die ausserordentliche genetische Flexibilität von Coronaviren gibt es ausser diesen Virulenzunterschieden noch weitere Indizien. Aufgrund von in vitro Neutralisationstests hat man die FeCVs zwei Serotypen zugeordnet: der Typ I kommt in Europa und den USA vor, er wird bei uns in den meisten FIP-Fällen angetroffen. Man weiss virologisch wenig über ihn, weil er sich nicht ohne weiteres in der Zellkultur vermehren lässt. Dagegen lässt sich der Typ II gut isolieren und vermehren – und er ist z.B. in Japan häufig. Dieser Typ ist ein Paradebeispiel viraler Evolution: Typ-II-Viren entstehen immer wieder durch RNA-Rekombination zwischen Coronaviren des Hundes, deren Information teilweise in FeCV-Typ-I Genome einkopiert worden ist (Herrewegh et al., 1995; Vnnema et al., 1995).

Wir wissen aus epidemiologischen Untersuchungen, dass auch Coronaviren der Katze persistierende Infektionen verursachen können, dass es einen Trägerstatus gibt und dass viele Infektionen nicht oder erst nach längerer Zeit vom Immunsystem der Katze beherrscht werden. Es ist gleichfalls bekannt, dass gesunde seropositive Katzen bei Kontakttieren innerhalb von 2 bis 10 Wochen zu einer Serokonversion führen können. Die Infektion wird wahrscheinlich auf fäkal-oralem Weg übertragen, und einige der Kontakttiere werden endlich der FIP erliegen (Addie und Jarret, 1992).

Der erste eindeutige Nachweis der Coronaviruspersistenz wurde durch ein Experiment erbracht, in dem Katzen mit sublethalen Mengen des FIPV infizirt und danach in Quarantäne gehalten worden waren. Als man diese Katzen – denen man nichts ansah – mit dem immunsuppressiven felinen Leukosevirus infizierte, erkrankten sie an FIP. Aus diesen Arbeiten erhellt eine Persistenz des FIPV von mindestens 4 Monaten (Pedersen, 1987). – Zum experimentellen Beweis der Viruspersistenz haben wir 2 Katzen hermetisch isoliert und alle 2 bis 4 Tage mit der PCR überprüft; bei einer von ihnen liess sich die Ausscheidung 7 Monate lang verfolgen. Das andere Tier wurde nach 124 Tagen fortwährender Virusausscheidung getötet, um den Ort der Virusvermehrung im Organismus zu finden. Virales Genom wurde in fast allen untersuchten Geweben angetroffen, aber mRNA (Botschafer-RNA, die ausschliesslich in virusvermehrenden Zellen synthetisiert wird) nur im Ileum, Kolon und Rektum; in diesen Darmteilen trafen wir auf virushaltige Einzelzellen, nicht auf grössere Teile infizierten Gewebes. Die immunhistochemischen Befunde belegen erstmals die chronische Infektion durch FeCV. Offenbar vermehrt sich das Virus „auf kleiner Flamme“ in einigen wenigen Darmzellen, die der immunologischen Ueberwachung entgehen (Herrewegh et al., 1997).

Die genetischen Veränderungen, die Evolution von Coronaviren während chronischer Infektionen untersuchten wir an Viren, die aus Einzelkatzen im Laufe mehrere Monate isoliert worden waren. Phylogenetische Sequenzvergleiche (mit europäischen und amerikanischen Isolaten) zeigten eindeutig, dass Viren in einer Katzenzucht einen nahverwandten „Clan“ bilden und daher von einer einmaligen „Gründer“infektion ausgegangen sein müssen. Jede Katze beherbergt eine andere „Wolke“ von FeCV-Mutanten, die sich durch Immunselektionen (Antigendrift) während einer chronischen Infektion weiter verändert. Unsere Ergebnisse stützen die folgende epidemiologische Hypothese: In Katzengruppen wird eine endemische Infektion durch chronische Coronavirusträger unterhalten. In solchen Zuchten wird fast jeder Katzenwelpe infiziert, wahrscheinlich erhält er das Virus von der Mutter (Addie und Jarrett, 1990) sobald der maternale Antikörperschutz geschwunden ist. Einmal infiziert (und dadurch immunisiert), widersteht der Welpe einer Superinfektion durch nahverwandte Viren; jede Katze beherbergt somit ihren eigenen, „privaten“, harmlosen Clan von Varianten. Es gelang britischen Forschern, Coronaviren aus dem Blut gesunder Katzen von seropositiven Zuchten in der Zellkultur zu isolieren. Sie untersuchten Blutproben von gesunden Katzen aus verschiedenen Zuchten und wiesen in den meisten Fällen das FeCV mit der PCR nach – übrigens auch bei seronegativen Tieren. Wiederum war die Schlussfolgerung zwingend: die meisten gesunden Katzen in Zuchten mit einer FIP-Anamnese sind persistent mit FeCVs infiziert. Alle Viren gehörten dem „nichtzüchtbaren“ Subtyp I an (der FIP-Impfstoff ist übrigens vom Subtyp II abgeleitet).

Was führt nun eigentlich von der Infektion zur Erkrankung, vom chronischen FeCV-Trägerstadium zur FIP? Das Schlüsselereignis bei der FIP ist die Infektion von Monozyten und Makrophagen. Wir dachten anfänglich, avirulente FeCV-Stämme blieben auf den Darmkanal beschränkt, während virulente Stämme sich mit Hilfe von Blutmonozyten zu anderen Organen hintransportieren liessen. Wir können diese Hypothese angesichts der PCR-Ergebnisse bei gesunden Katzen nicht mehr aufrechterhalten – der Unterschied wird wohl eher quantitativ als qualitativ sein. In vitro korrelierte die Virulenz von FeCV-Stämmen tatsächlich mit ihrer Fähigkeit Peritonealmakrophagen zu infizieren. Verglich man die Stämme, so infizierten avirulente Stämme weniger Makrophagen und erreichten niedrigere Viruskonzentrationen als virulente. Ausserdem war bei den ersteren die Vermehrung kürzer und die Ausbreitung beschränkter als bei den letzteren. Dies ist keine schwarz-weiss Erscheinung, eher ein allmählicher Uebergang, wie ja auch der Verlauf der FIP nicht einförmig ist. An FIP erkrankte Katzen zeigen eine Lymphopenie und sind immunsupprimiert.

Das tödliche FIP-Szenario könnte wie folgt aussehen: ein Welpe wird von seiner seropositiven Katzenmutter gesäugt und bleibt durch kolostrale Antikörper während der ersten Lebenswochen geschützt. In dem Masse, wie die Antikörperkonzentration abnimmt, verringert sich auch der Schutz auf den Schleimhautoberflächen des Darms, und während einer Episode der mütterlichen FeCV-Ausscheidung wird das Kätzchen infiziert. Durchfall ist der einzige Hinweis, dass dies stattgefunden hat. – Der Welpe entwickelt nun seine eigene Immunität, die in den meisten Fällen das Virus jedoch nicht eliminiert: Virus und Antikörper werden im Organismus koexistieren, und eine wirksame zelluläre Immunität hält die infizierten Makrophagen und Monozyten in Schach. In einer kleinen, sozial stabilen Katzengesellschaft kann ein solches Tier lang und gesund weiterleben.

Zu Problemen kommt es bei einer Störung dieses Gleichgewichtes, bei Immunsuppression, die wir hier einfachheitshalber auf eine Stresssituation zurückführen wollen. Infektionen mit dem FeLV oder FIV wären solche immunsuppressiven Ereignisse. Wegen der abnehmenden Prävalenz von Retrovirusinfektionen in Zuchten werden aber Managementfehler immer wichtiger: Zunahme der lokalen Populationsdichte (Anzahl Katzen pro Quadratmeter), geographische Veränderungen (Umzug in eine neue Umgebung) und andere territoriale Faktoren (z.B. Aenderungen in der Hierarchie der Gruppe, Dominanzkämpfe). – Das geschwächte Immunsystem führt dazu, dass die Anzahl der Coronavirusmutanten zunimmt, weil plötzlich sehr viel mehr Viren im Organismus zirkulieren, und während dieses stochastischen Vorgangs auch mehr makrophagentrope Viren auftauchen. Unter diesen befinden sich solche, die hohe Titer erreichen und die gemässigten Mutanten überwuchern. An diesem Punkt beginnt die Immunpathogenese.

Die klinische Diagnose der FIP wurde in Lehrbüchern und Zeitschriftartikeln behandelt und soll hier nicht erörtert werden. Im Laboratorium von Prof. Hans Lutz (Zürich) wurde ein diagnostischer Algorithmus entwickelt der noch immer den besten Leitfaden darstellt (Rohrer et al., 1993). Obwohl in dem Entscheidungsbaum Titerwerte enthalten sind, spielen sie eine untergeordnete Rolle. Ein negatives serologisches Resultat würde schliesslich nicht dazu führen, dass man eine auf klinischen Beobachtungen und Blutwerten gegründete Diagnose über Bord wirft.

Die Serologie ist auch für eine Prognose am Einzeltier wertlos. Es gibt zwar einen Zusammenhang zwischen Antikörpertitern und der post mortem-Bestätigung einer FIP, der prognostische Unterschied zwischen Titern von 100 und 1000 ist jedoch ziemlich wertlos. Etwa die Hälfte der untersuchten Tiere, die gesund blieben, zeigten dieselben hohen Titerwerte wie die gefährdeten Katzen. Die Serologie unterscheidet eben nicht zwischen harmlosen und FIP-verursachenden Mutanten des FeCV, sie zeigt nur eine irgendwann einmal stattgefundene (und in vielen Fällen noch stets vorhandene) Infektion. Prinzipiell kann jede seropositive Katze an FIP sterben, gleichgültig welche Titer man misst. Es ist andererseits verständlich, warum bei FIP-Katzen meist höhere Titer gemessen werden: die explosive Virusvermehrung nach Immunsuppression bringt eben viel mehr antigene Masse im Organismus hervor – und mehr Antigen bedeutet mehr Antikörper. Andererseits bedeutet eine explosive Vermehrung nicht zwangsläufig, dass in der grossen Viruspopulation tatsächlich virulente, FIP-hervorrufende Mutanten vorliegen, und hohe Antikörpertiter können auch entstehen, wenn diese fehlen.

Eine nichtinfizierte Katze jedoch (und das ist nicht gleichbedeutend mit einer seronegativen Katze) wird keine FIP kriegen. Der Tierarzt muss sich die Frage stellen, ob es für die FIP-Serologie in der Diagnose und Prognose der FIP überhaupt noch eine Rechtfertigung gibt. Es gibt keinen Test – weder für die Praxis noch im Forschungslabor – der zwischen virulenten FIPV- und avirulenten FeCV-Varianten zu unterscheiden vermag. Auch die von manchen Firmen angepriesenen neuen PCR-Tests halten dieses Versprechen nicht, wie sie es auch immer formulieren mögen. Ich glaube nicht, dass es möglich sein wird, die molekularen Unterschiede zwischen harmlosen und virulenten Coronaviren in einem Testformat zu fassen. Ich sehe jedoch eine Zukunft für Tests, die immunologische Entgleisungen in Tieren nachweisen, die auf dem Wege zur FIP sind. Sowohl die Serologie als auch die Polymerasekettenreaktion kann (mit unterschiedlicher Empfindlichkeit) infizierte Katzen aufzeigen, und die Testverfahren sind für das Beherrschen der Infektion in Katzenzuchten und –haltungen unerlässlich. Man kann sie auch zur Ueberwachung von Quarantäne- und Frühabsatzprogrammen einsetzen, zur Kontrolle eines spezifiziert-pathogenfreien (SPF) Status, des coronavirusfreien Status von Katzenzuchten. Vor allem die PCR eignet sich zur Testung von Einzeltieren, bevor diese in antikörperfreie Katzenkollektive eingebracht werden.

Die FIP lässt sich beherrschen, und ein vielversprechender Ansatz dazu wurde von Addie und Jarrett (1990) entwickelt. Dass er wenig Anhänger gefunden hat, liegt u.a. am Arbeitsaufwand. Die Prozedur erfordert eine ständige und disziplinierte Mitarbeit des Züchters und hat keinen tierärztlichen „chic“. Mit Hilfe eines Quarantäneprogramms (Frühabsetzen der Welpen, Handaufzucht getrennt von Müttern) erstellte seronegative Zuchten müssen selbstverständlich gegen eine Neueinschleppung des Coronavirus geschützt werden, und die verfügbare Vakzine könnte sich für diesen Zweck als geeignet erweisen. Voraussetzung wäre jedoch, dass der Impfstoff keine Antikörper induziert und so ein serologisch unterbautes Quarantäneprogramm entwertet. Wie jeder Genetiker weiss, sind Mutanten oft leck (leaky), was bedeutet, dass es immer wieder Revertanten gibt. Tatsächlich führt der Impfsstoff auch bei sachkundigem Einsatz in Einzelfällen zur Serokonversion. Das ist aber nicht akzeptabel, wenn man die Serologie als einziges Mass für den Nachweis einer Feldinfektion einsetzt. Dennoch bin ich der Auffassung, die Impfung in vorgängig virusfrei gemachten Kollektiven könnte der Weg dazu sein, die FIP in Katzenzuchten in den Griff zu bekommen – übrigens nur dann, wenn das Impfvirus nicht selbst persistiert (was noch zu beweisen wäre).

Ein weiterer Ansatz wäre die Eliminierung von Dauerausscheidern aus Mehrkatzenhaushalten und Grosszuchten. Man kann diese nun mit Hilfe der TaqMan-Technik erkennen, einer quantitativen PCR: nicht mehr als vier Kotproben, wöchentlich entnommen, sind erforderlich, um Ausscheider grosser Virusmengen zu identifizieren, wie Hans Lutz (Zürich) gezeigt hat. Die unter Feldbedingungen erstellte Diagnose erlaubt die Aussonderung dieser „Virusmutterschiffe“ aus der Gruppe, wodurch der Infektionsdruck vermindert. Ob diese Methode etwas bringt, bliebe noch nachzuweisen. Sie ist jedenfalls eine weitere Waffe in dem Arsenal des Kampfes gegen FIP.

Es war einfach, Katzenhaltungen vom Leukämie- und Immunschwächevirus freizukriegen, denn die verfügbaren Tests sind hochempfindlich und –spezifisch, und die Infektionsprävalenz in der Katzenwelt war niedrig. Beides trifft für die Coronavirusinfektion nicht zu. Dennoch ist die Beherrschung der FIP durch Erreichen eines SPF-Status für Coronaviren möglich. Schliesslich haben Europäer auch einen SPF-Status bezüglich Cholera, Pest und Ruhr – und das haben nicht Impfungen bewirkt, sondern ausschliesslich Hygiene- und Quaran-tänemassnahmen.

 

Schrifttumsnachweis

Addie, D.D. and Jarret, J.O. (1992). A study of naturally occurring feline coronavirus infections in kittens. Vet.Rec. 130, 133-137

Groot, R.J. de and Horzinek, M.C. (1995). Feline infectious peritonitis. In: The Coronaviridae (Siddell, S.G. ed.) pp 293-309, Plenum Press, New York

Herrewegh, A.A.P.M., de Groot, R.J., Cepica, A., Egberink, H.F., Horzinek, M.C., and Rottier, P.J.M. (1995). Detection of feline coronaviru RNA in feces, tissue, and body fluids of naturally infected cats by reverse transcriptase PCR. J.Clin.Microbiol. 33, 684-689

 

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Amyloidose bei Katzen – eine genetische Zeitbombe?

Amyloidose ist als Krankheit bisher bei unterschiedlichen Arten, einschliesslich Menschen, diagnostiziert worden. Diese Erkrankung kann nur ein einzelnes Organ, häufig jedoch mehrere gleichzeitig betreffen. Bei Katzen tritt die Krankheit in einer eigentlich recht seltenen Form auf, als Folge einer chronischen Entzündung oder tumorösen Erkrankung und wurde daher als sekundäre oder reaktive Amyloidose bezeichnet.

In jüngster Vergangenheit wurde die Katzenszene dadurch aufgewühlt, dass Amyloidose bei bekannten Zuchtkatzen entdeckt wurde. Bei Abessiniern wurde eher die Nieren-Amyloidose diagnostiziert, während bei Siamesen öfter die Leber betroffen war. Es ist bis heute noch nicht gesichert, ob es sich bei beiden Rassen um dieselbe Erkrankung handelt. Auch sind noch viele Fragen in Bezug auf den genetischen Hintergrund dieser Krankheit offen. Erste wissenschaftliche Untersuchungen in Zusammenarbeit der Vet-Med. Fakultät in Utrecht mit Katzenzuchtverbänden sind erfolgt, doch weitere Forschungen sind notwendig.

Amyloidose wurde weltweit bei unterschiedlichsten Katzenrassen gefunden, am häufigsten bei Abessiniern, aber auch bei Siamesen, Persern, Orientalisch Kurzhaar und einigen anderen Rassen. Die Symptome treten normalerweise erst bei erwachsenen Katzen in Erscheinung (im Alter von 1 – 12 Jahren, im Durchschnitt 4 Jahre), meistens bei Katern (75 %). Nierenversagen ist dann die Hauptursache dafür, dass die Katzen dem Tierarzt vorgestellt werden. Im Anfangsstadium zeigen die Katzen unklare Symptome wie stumpfes Fell, Lethargie, Auszehrung und Gewichtsverlust. Wenn die Krankheit fortschreitet, wird die Auszehrung deutlicher, jedoch kann eine Gewichtszunahme durch Ansammlung von Flüssigkeit im Bauchraum oder Oedeme beobachtet werden. Wenn sich die Nierenfunktion verschlechtert, zeigen sich Symptome wie Trägheit, Appetit- und Gewichtsverlust begleitet von starken Durst, erhöhter Urinabgabe und Erbrechen. Die Leber-Amyloidose weist normalerweise keine Symptome auf, bis die Leber reisst und dadurch eine Blutung in den Bauchraum ausgelöst wird.

Pathologisch ist das Leiden gekennzeichnet durch einen mangelhaften Eiweissstoffwechsel, durch den unlösliche Eiweissarten (Amyloid) aus den Blutgefässen in den Geweben abgelagert werden. Amyloid-Ablagerungen werden in vielen Organen gefunden, z.B. der Leber, den Nieren, der Milz, dem Magen, dem Gehirn, den Nebennieren, der Schilddrüse. Es werden 15 verschiedene Eiweissarten mit Amyloidose in Verbindung gebracht, doch ist die meiste Aufmerksamkeit einem Protein namens SAA (Serum-Amyloid A) gewidmet. SAA wird von der Leber hergestellt und spielt wahrscheinlich eine Rolle in der Reaktion des Körpers auf eine Gewebezerstörung, jedoch ist die genaue biologische Funktion noch nicht klar. Eine hohe Konzentration von SAA kann im Blutplasma nachgewiesen werden, ehe es zu Amyloid-Ablagerungen in den Geweben kommt. Das abgelagerte Protein ist AA, ein Abkömmling des im Blut befindlichen SAA. Wie bereits oben angeführt, ist die Amyloidose bei Katzen eine sekundäre, mit einer Ablagerung von AA als Folge einer chronischen Entzündung. Jedoch ist bemerkenswert, dass nur wenige Tiere mit solch einer chronischen Entzündung im Endeffekt eine Amyloidose entwickeln (10%) und andererseits nicht bei allen Katzen mit Amyloidose ein solches chronisches Grundleiden nachweisbar ist.

Um diese Krankheit effektiv zu bekämpfen, müssen wir mehr darüber wissen. Um dies zu erreichen, benötigen wir Fakten von Stammbäumen, Autopsien und klinischen Befunden. Die Sammlung dieser Informationen besteht schon eine Weile und wird nun weitergeführt. Wenn diese drei Arten von Informationen in Zusammenhang gebracht werden, kann der Modus der Weitergabe dieser Krankheit von den Eltern auf das Jungtier vielleicht entschlüsselt werden.

Basierend auf diesen Fakten können Ratschläge für die erfolgreiche Zucht gegeben werden. Der einzige Weg, diese Krankheit wirkungsvoll zu bekämpfen, liegt aber sich auch im Bereich der Molekulargenetik, der DNA-Analyse. Unabhängig von den Untersuchungen, die zur Zeit durchgeführt werden, ist es wichtig, dieses DNA-Projekt zu initiieren.

Sie können im Kampf gegen diese Krankheit mithelfen, indem Sie schon in einem frühen Stadium Ihrer Abessinier- oder Siam-Katze, die allgemeine Symptome dieser Krankheit (wie oben erwähnt: Trägheit, Abmagerung, ein stumpfes Fell oder grosse Flüssigkeitsaufnahme) zeigt, einem Tierarzt vorstellen.

Natürlich ist es auch immer wichtig, Ihren Tierarzt aufzusuchen, wenn eine Katze einer anderen Rasse als den erwähnten verdächtige Symptome zeigt. Wir müssen zwar bei wissenschaftlichen Untersuchungen Zurückhaltung üben, wenn jedoch eine bestimmte Familie von Katzen identische Krankheitsverläufe zeigt, würden wir gerne davon erfahren!

Ihr Tierarzt wird Sie beraten und kann, wenn nötig, mit uns Kontakt aufnehmen. Alle Ihre Fragen, die diese Untersuchung betreffen, können an die Vorsitzende der Felikat Gesundheits-Kommission, Frau T.Wessel – van Putten (0031-70-3230847) gerichtet werden, die die Unterzeichnenden, wenn nötig, kontaktieren wird. Profs. E.Grys, H.P. Meijer, B.W. Knol, D.A. van Oost; Universität Utrecht, NL.

In Bayern werden Sektionen amyloidoseverdächtiger Katzen im Institut für Tierpathologie der Universität München, Veterinärstrasse 13, 80539 München, durchgeführt (Ansprechpartner: Akad. Direktor Dr. O. Geisel, Tel. 089-218 02 542) und weitere Untersuchungen in Speziallabors und in Zusammenarbeit mit dem oben erwähnten Institut in Holland eingeleitet.

 

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Erkrankung der unteren Harnwege bei Katzen (FLUTD)

Was ust FLUTD

FLUTD ist nicht eine einzelne Krankheit, sondern der Begriff beschreibt ein Problem, das den unteren Harntrakt bei Katzen betrifft. Viele verschiedene Zustände können die potentielle Ursache von Erkrankungen der unteren Harnwege bei Katzen sein. Die meisten Grunderkrankungen haben jedoch dieselben charakteristischen Merkmale:

  • häufige, teilweise erfolglose Versuche zur Harnentleerung

  • Harnentleerung bei unpassender Gelegenheit

  • Schmerzen bei der Harnentleerung, Unterleibsschmerzen

  • Hämaturie

  • Uebermässiges Lecken der Genitalien

Wodurch wird FLUTD verursacht?

Wenn Ihre Katze eines der oben beschriebenen Symptome aufweist, sollten Sie sofort Ihren Tierarzt aufsuchen. Die Diagnose und Behandlung von FLUTD kann allerdings frustrierend sein. Schätzungsweise 10 % der Katzen, die in die Tierarztpraxis gebracht werden, leiden an FLUTD-bedingten Problemen. Blasensteine, Pfropfen in der Harnröhre, Krebs, neurogene Erkrankungen, durch Viren und Bakterien verursachte entzündliche Prozesse, anatomische Anomalien undVerletzungen können die Ursache sein. Reizungen sin dselten auf Bakterien und Viren zurückzuführen, und fast in der Hälfte aller Fälle können keine spezifischen Krankheitsursachen festgestellt werden. Die am häufigsten beobachtete Ursache von FLUTD ist die Bildung von Gries, kleinen Steinen oder Kristallen, die als Urolithen bezeichnet werden. Diese Steine reizen den unteren Harntrakt und knnen den Harnfluss teilweise oder sogar ganz blockieren. Diese Situation kann lebensbedrohlich werden.

Männliche Katzen sind – möglicherweise bedingt durch ihren Körperbau – starker gefährdet, an FLUTD zu erkranken. Bei männlichen Katzen ist die Harnröhre enger und knn daher leichter verstopfen. FLUTD kann die Lebensqualität der betroffenen Katzen schwer beeinträchtigen und ihre Besitzer vor schwierige Probleme stellen. Je nach Grunderkrankung und Effektivität der Behandlung treten die Symptome häufig rezidiv auf.

Analyse

Wenn Ihr Tierarzt Urolithen festgestellt hat, wird durch eine Steinanalyse festgestellt, an welchem Typ von Harnsteinen Ihre Katze leidet. Es gibt mehrere Steintypen, die jeweils durch ihre chemische Zusammensetzung bestimmt sind. Einige können zuerst in den Nieren entstehen. Die häufigsten bei Katzen auftretenden Urolithen sind Struvit- oder Calciumoxalatsteine.

Vor 10 bis 15 Jahren waren mehr als 80 % der bei Katzen festgestellten Urolithen Struvit- und nur 2% Calciumoxalatsteine. Dieses Verhältnis änderte sich im Lauf der Zeit. Labordaten zeigen, dass die Häufigkeit von Struviturolithen deutlich gesunken ist, und dass das Auftreten von Caciumoxalatsteinen von 2 auf 17,5 % (Europa) oder sogar 53 % (USA) gestiegen ist.

Diätetische Beeinflussung von struvit- oder oxalatbedingter FLUTD

Struvit- und Calciumoxalaturolithen sind Steine, die am besten über die Nahrung beeinflusst werden können. Die Ernährung spielt eine wichtige Rolle bei der Entstehung und Behandlung von Struvit- und Calciumoxalatsteinen bei Katzen. Die Harnzusammensetzung wird entscheidend durch die Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme beeinflusst. Der jeweilige Kristall- oder Steintyp benötigt zu seiner Bildung verschiedene – sogar gegensätzliche – Bedingungen; daher sind zwei verschiedene Ansätze zur Unterstützung bei diesen beiden Krankheitsbildern über die Ernährung nötig. Es sollte auf jeden Fall eine diätetische Behandlung eingeleitet werden, die sich nach der Analyse der Kristalle bzw. Urolithen richtet. Das Ziel ist die Unterbindung der weiteren Harnsteinbildung, indem die Ursachen ausgeschaltet oder reguliert werden.

Beispielsweise erhältlich sind zwei Produkte aus der Eukanuba Veterinary Diets Reihe, die spezifisch zur diätetischen Unterstützung bei struvit- oder calciumoxalat-bedingter FLUTD bei Katzen konzipiert wurden.

Struvite Urinary Formula wurde zur diätetischen Beeinflussung von struvitbedingter FLUTD entwickelt. Struvite Urinary Formula erhöht die Azidität des Harns Ihrer Katze und vermindert die Konzentration der Mineralstoffe im Harn. Struvitkristalle bilden sich weniger wahrscheinlich in saurem Harn (pH zwischen 5,9 und 6,3).

Oxalate Urinary Formula wurde zur diätetischen Beeinflussung von calciumoxalat-bedingter FLUTD bei Katzen entwickelt. Oxalate Urinary Formula trägt zu einem höheren Harn-ph-Wert bei und vermindert den Anteil des freien Calciums im Harn. In eher alkalischem Harn (ph zwischen 6,4 und 6,8) kristallisiert weniger Calciumoxalat.

Wenn Harnkristalle oder –Steine in den Harnwegen diagnostiziert werden, kann das erneute Auftreten am besten durch eine Umstellung der Ernährung verhindert werden. Ihr Tierarzt erläutert Ihnen, welche Rezeptur für Ihre Katze zu bevorzugen ist.

Katzen sind Gewohnheitstiere. Eine Veränderung ihres normalen Tagesablaufes kann FLUTD auslösen. Der Besitzer der Katze kann viel dazu beitragen, den Stresspegel seiner Katze durch folgende Massnahmen auf ein Minimum zu reduzieren:

  • weder “menschliche” Nahrungsmittel noch zu viele Leckereien geben

  • jederzeit Zugang zu reichlich frischem Wasser

  • die Katze sollte zu festen Tageszeiten und stets an ihrem Stammplatz gefüttert werden.

  • Die Katzentoilette besonders sauber halten: Katzen neigen zur Harnverhaltung, wen die Katzentoilette nicht sauber ist

  • Psychische Belastungen weitgehend ausschalten: Stress kann den Wasser- und Mineralstoffhaushalt einer Katze beeinflussen

  • Regelmässige Untersuchungen beim Tierarzt

 

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Chronisches Nierenversagen bei Katzen

Chronisches Nierenversagen – das meist bei älteren Katzen auftritt – ist ein ernstes Problem. Bei richtiger Ernährung kann die Krankheit jedoch gelindert werden. Hier erfahren Sie wie.

Chronisches Nierenversagen ist ein relativ häufiges Problem bei Katzen. Meist sind ältere Tiere davon betroffen; es kann aber auch bei jungen Kätzchen vorkommen.

Chronisches Nierenversagen tritt auf, wenn die Nieren nicht effizient arbeiten können. Wenn sie Abfallprodukte und Giftstoffe nicht wirksam aus dem Blut filtern können, sammeln sich diese an und führen zu den typischen Symptomen von Nierenerkrankungen: Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust, erhöhter Durst und Erbrechen.

Die Nieren können den Urin nicht wirksam konzentrieren und nicht genug Wasser zurück in den Blutkreislauf führen. Dies führt zu Austrocknung des Körpers und verwässertem Urin. Das Ergebnis: Häufiges Wasserlassen, grosse Urinmengen und Urinieren während der Nacht. Um Ihre Katze auf Nierenversagen zu untersuchen, wird Ihr Tierarzt das Blut auf erhöhte Rückstandswerte prüfen.

Das Auftreten der Symptome einer Nierenerkrankung mag Sie überraschen, die Erkrankung selber ist aber oft schon länger vorhanden und wird dann als “chronisch” bezeichnet. In dem Moment, in dem Ihre Katze Anzeichen von Nierenversagen zeigt, sind bereits zwei Drittel ihres Nierengewebes angegriffen. Leider lässt sich dieser Schaden nicht mehr beheben. Durch die richtige Ernährung können Sie Ihre Katze aber dabei unterstützen,

  • dass das verbleibende Nierengewebe wirksamer arbeitet,

  • die Ansammlung von Rückständen im Blut vermindert,

  • das Fortschreiten der Krankheit verlangsamt wird, indem Sie denweiteren Verlust funktionsfähigen Nierengewebes minimieren

Füttern Sie Ihre Katze mit einer eiweissarmen Diät. Sie hilft, die Ansammlung von Rückständen wie Harnstoff zu vermindern. Allerdings sollten Sie den Proteingehalt auch nicht zu stark reduzieren, denn sonst erhält Ihre Katze nicht genügend Eiweiss zur Zellregeneration (Zellaufbau) und Körperregulierung. Wenden Sie sich an Ihren Tierarzt, um eine genau abgestimmte Diät festzulegen.

Die Diät sollte zudem nur wenig Phosphor enthalten. Gesunde Nieren sind in der Lage überschüssiges Phosphor auszuscheiden, kranke nur eingeschränkt. Zu hohe Phosphor-Gehalte führen zum Verlust weiteren Nierengewebes. So entsteht ein Teufelskreis: Die kranken Nieren können nur wenig Phosphor ausscheiden, Phosphor sammelt sich an und zerstört weiteres Nierengewebe, dadurch können die Nieren noch weniger Phosphor ausscheiden, usw. Durch die Reduzierung des Phosphorgehalts in der Nahrung können Sie diesen Teufelskreis durchbrechen.

Die Ernährung von Katzen mit chronischem Nierenversagen

Wichtig ist, das die Katze immer Zugang zu frischem Wasser hat. Durch die Nierenerkrankung verliert sie viel Flüssigkeit, die sie nur durch Trinken ersetzen kann.

Wenn Sie Ihre Katze mit protein- und phosphorreduzierter Kost füttern, verlangsamen Sie den Aufbau unerwünschter Rückstände und bremsen das Fortschreiten der Nierenerkrankung. Katzen benötigen eine eiweissarme Ernährung, die aber noch alle essentiellen, also lebensnotwendigen Aminosäuren enthält.

Die Nahrung für Ihre Katze sollte kalorienreich sein, um einem Gewichtsverlust vorzubeugen. Manche Katzen sind mässige Fresser, und die Nierenerkrankung kann ihren Appetit noch mindern. Um für ausreichende Nahrungszufuhr zu sorgen, füttern Sie Ihre Katze mit besonders schmackhafter Nahrung. Fragen Sie Ihren Tierarzt nach einer geeigneten Spezialdiät.

Bei Katzen kann die erhöhte Produktion von verwässertem Urin, die sich im Laufe des Nierenversagens einstellt, zu einem Mangel an wichtigen Nährstoffen wie B Vitaminen und Kalium führen. Eine für dieses Krankheitsbild geeignete Spezialdiät berücksichtigt das.

Was tun bei Katzen mit chronischem Nierenversagen

Wenn Sie den Ratschlägen Ihres Tierarztes folgen, müssten einige Symptome der chronischen Nierenkrankheit gelindert werden. Es gibt einige allgemeine Massnahmen, wie Sie Ihr Tier unterstützen können:

  • Wenn Ihre Katze Medikamente verschrieben wurden, verabreichen Sie diese genau nach Vorschrift.

  • Wenn Ihre Katze phosphorarme Ernährung verschrieben wurde, verabreichen Sie diese genau nach Vorschrift. Geben Sie Ihrer Katze keine Extramahlzeiten.

  • Verabreichen Sie Ihrer Katze besser mehrere kleine Mahlzeiten als ein oder zwei grosse am Tag.

  • Geben Sie ihr jedesmal frische Nahrung

  • Geben Sie Ihrer Katze jederzeit viel sauberes, frisches Wasser

  • Erwärmen Sie die Nahrung bis knapp auf Körpertemperatur, wenn sich Ihre Katze gegen die Mahlzeit sträubt. Vielleicht müssen Sie Ihre Katze in den ersten Tagen der Nahrungsumstellung mit der Hand füttern.

 

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Katzen mit Herzkrankheiten

Katzen können in jedem Alter unter Herzerkrankungen leiden. Hier erfahren Sie, wie Sie einer solchen Katze helfen können. Sprechen Sie jedoch auch mit Ihrem Tierarzt.

Herzkrankheiten sind leider meist nicht heilbar. Mit Sorgfalt, Einfühlungsvermögen und entsprechender medizinischer Versorgung kann Ihre Katze trotzdem ein erfülltes Leben an Ihrer Seite führen.

Herzerkrankungen bei Katzen

Die häufigste Form von Herzerkrankungen bei Katzen sind Probleme des Herzmuskels, sogenannte Kardiomyopathien. Einige Formen dieser Krankheit werden durch ein taurinarmes (Taurin ist ein Eiweissbestandteil) Futter oder durch Probleme mit der Schilddrüse verursacht, andere sind unbekannter Herkunft. Jede dieser Formen kann zur Ansammlung von Flüssigkeit im Brustkorb und zu Atembeschwerden führen. Bedenken Sie, dass Katzen jeden Alters Herzmuskelprobleme haben können.

Was tun bei Katzen mit Herzkrankheiten

Herzkranke Katzen können mit natriumarmer Nahrung gefüttert werden.

Hat Ihre Katze Uebergewicht? Jedes Gramm zuviel belastet Herz und Kreislauf. Ihre Katze sollte abnehmen. Besprechen Sie mit Ihrem Tierarzt, ob eine kalorienreduzierte Diät für sie richtig ist.

Es kann sein, dass Ihre herzkranke Katze nur wenig Appetit hat. Möglicherweise fühlt sie sich nicht wohl. Oder die Medikamente schlagen auf ihren Magen. Daher sollte ihr die Spezialdiät besonders gut schmecken. Ihr Tierarzt unterstützt Sie bei der Zusammenstellung der richtigen Ernährung.

 

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Hyperthyreose - Schilddrüsenüberfunktion

Einführung

Die Hyperthyreose ist eine der häufigsten Hormonstörungen bei älteren Katzen. Hyperthyreose bedeutet, dass die Schilddrüse mehr Hormone als normal produziert.

Meist steckt eine gutartige Gewebewucherung der Schilddrüse hinter der Erkrankung. Doch so gutartig die Wucherung auch sein mag – sie hat grosse und letztendlich auch lebensbedrohliche Wirkungen. Denn das im Uebermass im Körper kreisende Thyroxin treibt die Organe unbarmherzig zur Arbeit an. Sie laufen pausenlos auf Hochtouren.

Unter enormen Sauerstoffverbrauch werden Fette und Kohlehydrate so schnell verbrannt, dass die Katze mit der Futteraufnahme nicht mehr Schritt halten kann. Sie hungert trotz des gefüllten Fressnapfes und magert rasant ab. Dieser Hungerzustand schädigt alle Organe. Gerade das Herz ist doppelt belastet, denn Thyroxin erhöht die Herzfrequenz, die Anzahl der Herzschläge pro Minute.

Krankheitsanzeichen

Die meisten Besitzer sind anfangs erfreut: Ihrer schon etwas älteren Katze merkt man auf einmal die Jahre nicht mehr an. Der Stubentiger hat einen gewaltigen Appetit und ist lebhaft wie nie zuvor. Doch nach einigen Wochen weicht die Freude der Sorge, denn gleichgültig, wieviel Nahrung das Tier zu sich nimmt, es verliert dramatisch an Gewicht. Die Katze trinkt wesentlich mehr als früher, sie erbricht sich häufig, ihr Fell wird stumpf und manchmal hechelt sie. Zudem beginnen hyperthyreote Katzen oft nachts, aber auch den Tag hindurch zu schreien – oder wie wild durch die Wohnung zu rasen.

Worauf man achten sollte

Frisst die Katze deutlich mehr als früher?

Stürzt sie sich heisshungrig auf Nahrung, die sie normalerweise verschmäht?

Stiehlt sie vom Tisch?

Magert sie trotz ihres enormen Futterkonsums ab?

Schreit sie häufig oder rast unruhig durch die Wohnung?

Wird ihr Fell stumpf und struppig?

Trinkt die Katze auffällig mehr als früher?

Ist der Stubentiger nervös und reizbar?

Hechelt das Tier oft und wirkt es nach kleinen Anstrengungen erschöpft?

Sucht die Katze auch bei angenehmen Temperaturen kühle Plätze auf?

Erbricht sie oft?

Hat man beim Streicheln den Eindruck, dass das Herz der Katze ungewöhnlich schnell schlägt?

All diese Symptome können auf eine Schilddrüsenüberfunktion hinweisen, können aber auch ganz andere Ursachen haben. Nur die Untersuchung beim Tierarzt bringt Gewissheit.

Diagnose

Kann der Tierarzt eine vergrösserte Schilddrüse fühlen, besteht schon ein grosser Verdacht, dass die Katze an Hyperthyreose erkrankt ist.

Bei der Untersuchung in der Praxis stellt der Tierarzt weitere Symptome fest. Das Herz der Katze rast, sie ist unruhig und gleichzeitig schwach.

Doch ohne eine Blutuntersuchung zur Bestimmung des Schilddrüsenhormons Thyroxin im Blut bleibt die Diagnose vage.

Hormontest, insbesondere die Messung des Thyroxins im Blut können die Erkrankungen bestätigen. Allerdings ist anzumerken, dass in einigen Fällen das Thyroxin auch normal sein kann, obwohl die Katze an einer Schilddrüsen-Ueberfunktion leidet – dies ist beispielsweise dann der Fall, wenn die Katze zusätzlich an einer anderen schweren Krankheit leidet. Hier können Spezialtests weiterhelfen, wie z.B. eine Szinthigraphie der Schilddrüse. Mittels Ultraschall und Szintigraphie kann man die Schilddrüse sichtbar machen.

Behandlung

Es gibt mehrere Behandlungsmöglichkeiten. Eine Möglichkeit ist die Behandlung mit radioaktivem Jod, was zur Zeit z.B. an der Universität in Bern durchgeführt werden kann. Die Strahlung vernichtet Schilddrüsenzellen und normalisiert den Thyroxinhaushalt. Allerdings müssen die Katzen hierzu für mindestens 1 Woche in Isolation in der Klinik gehalten werden.

Die nächste Möglichkeit ist das Entfernen der Schilddrüse durch eine Operation. Dies heilt in den meisten Fällen die Hyperthyreose, ist aber bei älteren Katzen nicht ohne Risiko.

Schliesslich gibt es eine medikamentelle Therapie: risikoarmer ist die Behandlung mit dem Medikament Thiamazol, das Thyroxin hemmt. Die Tabletten müssen ein Leben lang täglich gegeben werden. Doch wer seine Katze konsequent behandelt, wird belohnt. Nach ein paar Wochen ist der Stubentiger wieder ganz der Alte.

Wird eine Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) erst spät behandelt, können viele Organe, insbesondere das Herz, dauerhaft geschädigt sein. Darum ist es so wichtig, die Hyperthyreose möglichst früh zu erkennen und zu therapieren. An einer Schilddrüsenüberfunktion leiden meist Katzen, die älter als fünf Jahre sind.

 

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Weitere Katzenkrankheiten und ihre Symptome

Bauchfellentzündung (Peritonitis)

Mehrere Ursachen können hier zur Entzündung führen:

Infektion nach einer Verletzung der Bauchwand/des Darmes

Ausbreitung einer Infektion eines anderen Organes

Tumore

Krankheitserreger

 

Symptome

Ständige Schmerzen in der Bauchgegend

Hockende, gekrümmte Sitzhaltung

Jammern beim Betasten

Erbrechen

Durchfall/Verstopfung

Fieber

Konditions- und Gewichtsverlust

 

Pseudowut

Diese Erkrankung wird durch ein Herpesvirus hervorgerufen, das sehr ähnlich dem Herpes-Virus des Menschen ist und verläuft sehr akut. Der Mensch ist gegen diesen Virus jedoch resistent.

Man verhindert die Erkrankung, indem man den Tieren kein Schweinefleisch verfüttert und einen Kontakt von Katze und Schwein vermeidet. Bei Freigängern besteht eine Infektionsgefahr, wenn die Katze Ratten als Beutetiere jagt, sie frisst oder Bissverletzungen davonträgt. Die Inkubationszeit beträgt 2 – 9 Tage.

 

Symptome

Wesensveränderung

Müdigkeit

Neigung zum Verstecken

Appetitlosigkeit

Schluckbeschwerden

Lähmung der Kaumuskulatur

Zuckungen von Kopf und Gesichtsmuskeln

Bei jungen Katzen Erbrechen

 

In der Regel tritt der Tod schon am ersten oder zweiten Tag nach Einsetzen der Symptome ein.

Die Diagnose lässt sich nur am toten Tier abklären. Das klinische Bild ähnelt der Tollwut, verläuft aber schneller und ruft keine Lähmungserscheinungen der Gliedmassen hervor. Eine Behandlung der Erkrankung gibt es nicht, sie verläuft immer tödlich.

 

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Würmer bei der Katze

Würmer stellen für Haustiere und Menschen ein immer wiederkehrendes Gesundheitsrisiko dar. Sie gehören zu den Endoparasiten und können viele Störungen und Erkrankungen bei Ihrem Haustier hervorrufen. Der Wurmbefall ist bei Hunden und Katzen weit verbreitet. Meistens sehen Sie dies dem Hund oder der Katze nicht an. Zu den auffälligen Symptomen eines Wurmbefalls gehören Erbrechen, Durchfall und Verstopfung, Gewichts- und Konditionsverlust. Es gibt jedoch auch heimtückischere Parasiten, welche im Zuge ihrer Entwicklung eine Körperwanderung durchmachen und z.B. schwere Atemwegserkrankungen verursachen können.

 

Welche Würmer gibt es bei der Katze?

Man kann zwei Hauptarten von Würmer bei der Katze unterscheiden:

 

Rundwürmer und Bandwürmer

 

Die wichtigsten Rundwürmer

„Hakenwürmer“ z. B. Ancylostoma tubaeforme, diese leben im Dünndarm und werden ca. 1,5 cm lang, ein Befall führt zu Abmagerung, Blutarmut und Durchfall. Achtung: Infektionsgefahr für den Menschen.

„Spulwürmer“ z.B. Toxocara cati, ein nudelartiger Wurm, der ca. 10 cm lang wird und vor allem bei jungen Tieren vorkommt. Ein Befall führt zu Abmagerung, Durchfall, Erbrechen, ...

Achtung: Infektionsgefahr für den Menschen.

 

Die wichtigsten Bandwürmer

Dipylidium caninum, ein ca. 50 cm langer Bandwurm, auf dem Kot oder um den After sieht man reiskornähnliche weissliche Bandwurmglieder. Ein Befall führt zu Juckreiz am After, „Schlittenfahren“, Durchfall und Abmagerung.

Achtung: Infektionsgefahr für den Menschen.

Echinococcus multilocularis, mit ca. < 0,4 cm der kleinste Bandwurm, es zeigt sich kein auffälliges Erkrankungsbild.

Achtung: sehr gefährlicher Wurm für den Menschen !!

Mesocestoides spp., wird bis zu 250cm lang, ein Befall führt zu Fressunlust, struppigem Haarkleid

Taenia spp., wird bis zu 200 cm lang, ein Befall führt zu Verdauungsstörungen und Abmagerung.

 

Welche Symptome können bei einem Wurmbefall auftreten?

Ein Befall mit Darmparasiten kann sich je nach Art und Stärke des Befalls verschieden schwer äussern. Häufig sind Durchfall und Erbrechen, vor allem bei jungen Tieren ein ernstzunehmender Zustand, bald gefolgt von Appetitlosigkeit und Kümmern. Bei älteren Tieren beobachtet man oft auch nur schlechtes Haarkleid und Gewichtsverlust trotz gutem Appetit. Gelegentlich haben die Tiere Juckreiz am ganzen Körper oder am After.

 

Wie kann eine sichere Diagnose gestellt werden?

In einzelnen Fällen ist eine genaue Diagnose zwecks Behandlung wichtig, da die verschiedenen Würmer mit verschiedenen Mitteln bekämpft werden müssen. Manche Arten sind mit dem blossen Auge sichtbar, z.B. Spulwürmer, wenn sie bei starkem Befall erbrochen werden oder bei Durchfall mit dem Kot ausgeschieden werden. Es handelt sich um runde Würmer unterschiedlicher Länge, die „Spaghetti“-artig erscheinen können. Bei Bandwurmbefall werden „Reiskorn“-grosse Glieder am Ater der Tiere oder auf dem Kot gefunden. Mit dem Mikroskop können die Eier der Parasiten und Protozoen in Kotproben nachgewiesen werden.

Mit dem von Ihrem Tierarzt zur Verfügung gestellten Probengefäss nehmen Sie eine Probe, die nicht älter als 12 Stunden und bis zur Untersuchung kühl gelagert werden sollte. Unglücklicherweise ist die Diagnose nicht immer leicht, weil die ausgewachsenen Würmer ihre Eier nur unregelmässig ausscheiden. Aus diesem Grunde können mehrmalige Kotuntersuchungen notwendig sein.

 

Wie infiziert sich eine Katze mit Würmern?

  • Katzen schlucken die infektiösen Eier, Larven oder Zwischenwirte (Mäuse, Vögel, rohes Fleisch).

  • Katzenwelpen können sich nach der Geburt durch die Muttermilch oder durch den Kontakt mit dem Muttertier mit Würmern infiziere.

  • Wurmeier werden von der Katze mit Würmern mit dem Kot abgegeben.

  • Flöhe sind Zwischenwirte für Bandwürmer, die Katze nimmt z.B. beim Putzen den Floh auf und infiziert sich mit den Würmern

  • Kinder können sich durch Kontakt mit verunreinigtem Sand, Schmutz, Katzenklo oder direkt bei der Katze mit Würmern infizieren.

Entwurmen Sie regelmässig Ihre Katze, denn regelmässige Entwurmung ist nicht nur wichtig für die Gesundheit Ihrer Katze, sondern auch für Ihre eigene Gesundheit und die Ihrer Familie.

 

Was ist das besondere an Bandwürmern?

Bandwürmer werden nicht direkt von Tier zu Tier, sondern über einen sogenannten Zwischenwirt übertragen. Diese Zwischenwirte, bei denen sich also unsere Haustiere mit einem Bandwurm infizieren können sind häufig Flöhe und Mäuse. Diese verschiedenen Arten werden zudem zum Teil durch unterschiedliche Medikamente bekämpft. Leider ist es nicht immer möglich, einen Bandwurmbefall in einer Kotprobe sicher festzustellen. Häufig wird man sich zu einer Behandlung „auf Verdacht“ entschliessen.

 

Wie und wie oft sollte eine Katze entwurmt werden?

Heute ist es möglich gleichzeitig gegen Rund- und Bandwürmer zu entwurmen. Dazu gibt es bei Ihrem Tierarzt spezielle Wurmmittel.

Die Entwurmung sollte bei frei laufenden Katzen regelmässig stattfinden. Dies hilft dabei wurmbedingte Gesundheitsprobleme vorzubeugen.

Empfohlen wird eine Entwurmung im Abstand von 3 Monaten (2-4 mal im Jahr)

Wichtig ist dabei noch der Hinweis, dass bereits wenige Tage nach der Entwurmung sich Ihr Haustier wieder mit Würmern reinfizieren kann und diese dann ebenfalls später wieder Eier und Larven ausscheiden können. Aus diesem Grund sollten Sie auch immer alle Haustiere in einem Haushalt gleichzeitig entwurmen.

Dies sollte 14 Tage vor der Jahresimpfung gemacht werden, damit die Katze wurmfrei zur Impfung kommt. Dies fördert den Impferfolg.

Dazu stehen eine Vielzahl guter Präparate in Tabletten- oder Pastenform zur Verfügung. Wenn man trotzdem einen Wurmbefall vermutet oder ein solcher durch eine mikroskopische Parasitenuntersuchung im Kot gefunden wird, so kann auch öfter und gezielt (nur gegen Bandwürmer oder Rundwürmer) entwurmt werden.

 

Was ist bei Katzenwelpen zu beachten?

Junge Tiere sind sehr oft durch die Muttermilch mit Spulwürmern infiziert. Tiere ohne verdächtige Symptome entwurmt man routinemässig mindestens zweimal im Abstand von drei Wochen. Das hierfür geeignete Wurmmittel wird als Paste dem Futter beigegeben und nach Körpergewicht dosiert. Dies wird am besten schon vor der ersten Impfung durchgeführt. Jungtiere mit dem Verdacht auf Wurmbefall müssen genauer untersucht und entsprechend behandelt werden. Generell sollte das Muttertier immer mit entwurmt werden! Fragen Sie dazu Ihren Tierarzt.

Beispiel eines Entwurmungsplans für Katzenwelpen:

1. Entwurmung im Alter von 2 Wochen

2. Entwurmung im Alter von 5 Wochen

3. Entwurmung vor dem Verlassen des Zuchtbestandes

Zusätzliche Entwurmungen bei hohem Infektionsdruck:

Im Alter von 8 Wochen

Im Alter von 12 Wochen

Ab einem Alter von 6 Monaten können auch das erste Mal Bandwürmer bei der Katze auftreten.

 

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Wie erkenne ich, ob meinem Liebling etwas fehlt?

Bekanntlich können Tiere nicht reden, es ist also durchaus nicht einfach zu erkennen, wenn unserem Vierbeiner etwas fehlt. Zumal auch sehr viele Katzen nicht gerade wehleidig sind. Es gibt jedoch unübersehbare Symptome oder erste Anzeichen einer Krankheit, denen man Beachtung schenken sollte:

  1. Die Katze frisst kaum und nicht mal ihr Lieblingsfutter kann sie vom Gegenteil überzeugen.

  2. Ein vermehrter und häufiger Wasserbedarf

  3. Unser Liebling lässt sich ungern anfassen, sucht aber dennoch unsere Nähe

  4. Niessen und/oder tränende Augen können auch Merkmale sein

  5. Teilnahmslosigkeit und Trägheit

  6. Häufiger Besuch des Katzenklo’s, häufig verbunden mit Durchfall

  7. Glanzloses und stumpfes Fell

  8. Ausbleibende Reinigung der Katze

  9. Vergebliche Versuche eines Katers zu urinieren

  10. Massive Körpertemperaturschwankungen (Normaltemperatur ca. 38,6° C)

Bei Auftreten einer oder mehrerer Symptome ist es ratsam, den Vierbeiner beim Tierarzt anzumelden.

 

Akute Gefahren können sich wie folgt äussern:

  1. Blutungen aus Körperöffnungen

  2. Häufiges Erbrechen über mehr als 24 Stunden

  3. Stark erweiterte Pupillen

  4. Durchfall der mehr als 24 Stunden anhält

  5. Kreislaufkollaps

  6. Atemnot oder –beschwerden

  7. Grosse und tiefe Wunden

  8. Bissverletzungen

  9. Verbrennungen oder Vergiftungen

  10. Jegliche Art von Unfällen

Hier sollte unverzüglich beim Tierarzt vorbeigegangen werden, ohne jede Verzögerung.
 

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Alle Angaben ohne Gewähr!

Kontaktieren Sie auf alle Fälle den Tierarzt Ihres Vertrauens!

 

 


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